Siebold-Museum

Deutsch-Japanisches Forum Würzburg

Sonderausstellung

Leben & Erleben

Eine deutsch-japanische Kunstaustellung

von Künstler*innen mit und ohne Behinderung

Ausstellungskonzept: Yuman Lee

Seit 2020 leben wir anders als zuvor. Wir erfahren die Welt neu. Die Präsentation „Leben & Erleben“ möchte zeigen, wie uns die Situation in den letzten knapp drei Jahren emotional bewegt hat. In der interkulturellen Ausstellung werden dazu Werke von Künstler*innen mit Behinderung sowie von Mitarbeitenden aus dem St. Josefs-Stift, aber auch Werke der japanischen Künstler*innen-Gruppe "maruworks" gezeigt.

Über das Kunstatelier Eisingen

Inklusion durch Kunst – Kunst ist ein wichtiges Medium für Menschen mit Behinderung, um kreative Potenziale zu wecken und die gesellschaftliche Isolation zu durchbrechen. Kunst ist eine Sprache, die jeder versteht und somit das perfekte Medium für Inklusion.

Das Kunstatelier (Kunstwerkstatt) ist ein Ort im St. Josefs Stift in Eisingen für alle, die ihre eigene Kreativität entdecken möchten und sich den anderen Kommunikationsformen widmen möchten. Und die Betonung liegt auf „ALLE“:

Im Kunstatelier werden neben den Künstler*innen und Kreativen mit geistiger Behinderung oder einer psychischen Erkrankung auch Menschen aus der Region in ihrem Kunstschaffen unterstützt und begleitet. Das Kunstatelier stellt Raum, Zeit und Material zur Verfügung. Gegebenenfalls auch notwendige Assistenz für die künstlerisch Tätigen. Jeder kann das machen, nach was ihm gerade ist: Bleistiftzeichnungen auf Papier, Kunst mit Nadel und Faden, Skulpturen aus Ton – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Jeder kann, keiner muss. In der Gemeinschaft entdeckt man seine eigene Kreativität, findet neue Techniken und Materialien und kann sich hierüber mit den anderen Künstler*innen austauschen.

Über das St. Josefs-Stift

Seit 1972 bietet das St. Josefs-Stift Eisingen gemeinnützige GmbH Wohnbetreuung, Assistenz, Therapie sowie Arbeit und Beschäftigung für mehr als 450 Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung in den Landkreisen Würzburg, Aschaffenburg und Kitzingen. Die Einrichtung beschäftigt rund 650 Mitarbeitende. Das St. Josefs-Stift ist Teil des Unternehmensverbundes St. Josefs-Stift Eisingen e.V.

 

Sonderausstellung

S u r i m o n o

von Minke van de Zande


Surimono (japanisch 刷(り)物 oder 摺(り)物 ‚ Drucksache‘) ist eine besondere Form des japanischen Farbholzschnitts. Der Begriff bezeichnet Grußkarten, die von Einzelpersonen, Dichtervereinigungen, Unternehmen wie Restaurants oder Theater in Auftrag gegeben und zu verschiedenen Anlässen an Freunde und Bekannte verschenkt wurden.   Im Unterschied zu den üblichen Farbholzschnitten waren Surimono nicht für den kommerziellen Verkauf bestimmt. Produziert wurden Surimono über einen Zeitraum vonannähernd 150 Jahren zwischen ca. 1730 und ca. 1880. (Wikipedia)


Zwei Jahre hat Frau Minke van de Zande darauf verwendet, um eine Serie von sieben Surimono aus dem Bestand des Rijksmuseum voor Volkenkunde Leiden nahezu exakt textil nachzubilden. Dabei hat sie Details der Drucke wiederentdeckt, Werkzeuge nachgeschaffen, geeignete Stoffe, Fäden und Techniken dabei verwendet. Dies führte zu einer Serie von sieben einzigartigen und komplett handgefertigten seidenen Surimono. Farben, die heute in den Originalbildern oft fast verblasst zu finden oder ganz verschwunden sind, kommen wieder zum Vorschein. Mit Textil und Nadelkunst hat sie das Farbenspiel und die Textur der originalen Surimono wiederbelebt. In jedem Werk stecken etwa 400 Stunden Arbeit. Insgesamt kamen drei Scheren, sieben Stickrahmen, eine Skala von professionellen westlichen und japanischen Sticknadeln, ein Tekobare, vier Spezialfadenzieher für sehr feinen Faden, verschiedene Seidenrückstände und viele Meter japanischen Flachseidenfadens in etwa 20 Farben zum Einsatz.

Zur  Sonderausstellung "Surimono" hat sich die Künstlerin Minke van de Zande bereit erklärt, einen Vortrag am kommenden Samstag den 29. Oktober 2022 um 15:00 Uhr im Siebold-Museum zu halten. Frau von de Zande wird an den Bildern erklären, unter welchen Schwierigkeiten es gelungen ist, diese herzustellen. Sie wird die angewandten Techniken und Methoden vorstellen. Sie dürfen auf einen detailreichen und faszinierenden Vortrag auf Deutsch gespannt sein.

Die Ausstellungen "Leben und Erleben" sowie "Surimono" werden zeitgleich im 1.OG des Siebold-Museums gezeigt.

Eröffnung: 27. Oktober 2022, um 13.00 Uhr

Ausstellungsdauer: 28. Oktober – 27. November 2022

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 14.30 Uhr – 17.30 Uhr