Siebold-Museum

Deutsch-Japanisches Forum Würzburg

Das Siebold-Museum ist ab dem 12.03.2021 wieder für den Besucherverkehr geöffnet.

Es besteht Maskenpflicht.

 

Copyright Hainlein 2020

 

Führung "Tree and Soil" mit Frau Barbara Lohoff am 02.05.2021

 

zum Video bitte hier anklicken

 

 

 

Neue Sonderausstellung

"Never Forget Tohoku 2011"

Die Ausstellungseröffnung findet am 12.03.2021 statt.

 

 

Da in Kürze die Museen wieder geöffnet werden dürfen, bereitet das Siebold-Museum eine aktuelle Sonderausstellung mit dem Titel „Never Forget Tohoku 2011“ vor. Verwendung dabei findet die japanische Ausstellung durch freundliches Entgegenkommen der OAG Tokyo und der dortigen Deutschen Botschaft. Vorgesehen ist eine Präsentationsdauer von mehreren Wochen ab 2. Hälfte März, abhängig von den Beschlüssen der Bundesregierung in Berlin. Die Ausstellung hat ihren Schwerpunkt u.a. in Dokumentationsfotos des damaligen ZDF-Studio Tokyo Kameramanns Toby Marshall und Medienberichten über die Initiativen der Siebold-Gesellschaft.

Einen weiteren Höhepunkt stellen die ca. 150 Bilder und Zeichnungen von japanischen Kindern und Jugendlichen dar, die auf Veranlassung der Deutschen Botschaft ihre Vorstellungen über „Mein Deutschland“ (Watashi no Doitsu) zum Ausdruck bringen.

Am 11.März dieses Jahres erinnert man sich weltweit zum zehnten Mal der verheerenden Dreifach-Katastrophe in Fukushima/Ostjapan 2011. Dieses Datum ist gleichzeitig von großer Bedeutung für die aktive Wende in der japanischen Atompolitik und des verstärkten Interesses für eine andere Umweltsituation. Man erinnerte sich plötzlich der eigenen Energieressourcen und Forschungsideen, was zur Erkenntnis eines Weiterlebens trotz Abkehr von Atomkraft führte. Der Gutgläubigkeit gegenüber den bisherigen Regierungsentscheidungen wurde ein starker Dämpfer erteilt. Japan ist nicht mehr das „alte“ und trat in ein neues Zeitalter ein.

In Deutschland war man an diesem Ereignis aus mehrfacher Hinsicht besonders interessiert, da neben politischen, wirtschaftlichen und sozialen Momenten auch viele persönliche Verbindungen betroffen waren. Hier zeigte sich erfreulicherweise die starke deutsch-japanische Freundschaft in einem ungeahnten Ausmaß.

Auch in Würzburg reagierte man tief mitfühlend, waren hier doch jahrhundertelange Beziehungen über den da gebürtigen Arzt und Naturforscher Philipp Franz von Siebold und seiner Familie gegeben. Man spürte, dass nur eine direkte Intervention Erfolg bringen konnte und entschied sich zur gezielten Hilfe für die Gruppe der Kinder und Jugendlichen. In der Präfektur Iwate, nördlich von Fukushima, existierte ein Kinder- und Waisenhaus in der Stadt Ichinoseki, wo unter Leitung der deutschen Ordensschwester Caelina Mauer seit Jahren das Kinderheim Fujinosono betrieben wurde. Gott sei Dank waren hier die Auswirkungen des Tsunami aufgrund der geographischen Lage nicht spürbar und die atomare Gefahr durch das zerklüftete Gebirge nur eingeschränkt, dafür aber die Folgen des bisher stärksten Erdbebens (9,0) unübersehbar. Schwerste Beschädigungen in den Betonteilen ließen eine vorgesehene weitere Nutzung nicht mehr zu. Es wurden deshalb Pläne für einen Neubau angedacht. Hauptsorge dabei war die finanzielle Situation (Gesamtkosten ca. 10 Mio Euro). Unter Führung der Malteser International Organisation wurden die notwendigen fachlichen und sachlichen Unterstützer sehr bald. gefunden. Die Finanzen blieben jedoch weiterhin das Problem Nummer eins.

Hier griff nun kurzfristig auch die Würzburger Siebold-Gesellschaft ein und startete eine für sie bisher einmalige Aktion. Mit Hilfe des Engagements zahlreicher Schulen, Institutionen und vieler Privatpersonen wurde ein beachtliches Spendenergebnis von über 250.000 Euro erzielt. In Zusammenhang mit den halbjährlichen Besuchen vor Ort war neben „moralischer“ Hilfe auch gewährleistet, dass die Mittel aktionsgerecht eingesetzt wurden. Bereits am 29. Juni 2013 fand die feierliche Wiedereröffnung statt, wobei die Realisierung, verbunden mit einem autarken Eco-Energiesystem, ein Vorzeigemodell für Gesamtjapan war und diese technischen Einrichtungen und Umweltmaßnahmen Anregung für zahlreiche Interessenten aus dem sozialen und kommunalen Umkreis gaben. Selbst der heutige japanische Kaiser Naruhito hatte im Herbst 2011 – noch als Kronprinz – in Tokyo ein Architekturmodell des geplanten Neubaus zusammen mit Bundespräsident Christian Wulff an einem Ausstellungsstand besichtigt und sich spontan positiv dazu geäußert.

Auf Initiative von Mahito OHGO und der OAG Tokyo wurde mit Unterstützung der Deutschen Botschaft eine entsprechende Themenausstellung initiiert, die in den vergangenen Jahren bereits zweimal auf außerordentliches Interesse stieß. Eine historische Verbindung ergab sich dabei für den letzten Ausstellungsort im Tokyoter Stadtteil Tsukiji, der - nicht nur auf dem neu geschaffenen Gelände einer großen Feuerkatastrophe in der Edo-Zeit als Beispiel für einen gelungenen Neuanfang diente, sondern auch Erinnerungen zu den Japan-Siebolds herstellt. Als früherer, vom Shogunat zugewiesener Aufenthaltsort für „Ausländer“ eröffnete dort die japanische Siebold-Tochter Ine mit Hilfe ihrer deutschen Stiefbrüder Alexander und Heinrich von Siebold, sowie dem befreundeten Arzt Erwin von Bälz (der ebenso wie Ine als Arzt am Kaiserlichen Hofe wirkte) Japans erste Geburtsklinik. Heute noch erinnert eine Büste von Philipp Franz von Siebold am Eingang zu diesem Gelände an das erfolgreiche medizinische Wirken der Siebolds in Japan.

 

Kommende Sonderausstellung
"Philipp Franz von Siebolds 'Flora Japonica' - gestern und heute."
2. Mai bis 1. August 2021
 

Sonntag, 02.05., 15:00 Uhr Museum im Kulturspeicher und Siebold-Museum: online-Führungen in beiden Museen zum Thema 10 Jahre Dreifachkatastrophe in Fukushima: 15:00 Uhr aus dem Museum im Kulturspeicher:  „Tree + Soil. Robert Knoth & Antoinette de Jong“, Dr. Henrike Holsing, Kuratorin. Nach 5 Minuten Pause, derselbe stream: 15:35  Uhr aus dem Siebold-Museum: Philipp Franz von Siebold und ein kleiner Einblick in die Sonderausstellung „Never Forget Tohoku 2011“, Barbara Lohoff, Gästeführerin

 
Zum 225. Geburtstag Philipp Franz von Siebolds (1796-1866) zeigt das
Siebold-Museum zudem eine Ausstellung, die sich der Geschichte und der
Rezeption von Siebolds botanischem Tafelwerk 'Flora Japonica'
(gedruckt 1835 bis 1870) in Wissenschaft, Gartenbauliteratur, Kunst
und Photographie widmet.

Das Museum im Kulturspeicher Würzburg zeigt aus gleichem Anlass vom
27. März bis 24. Mai die Ausstellung „Tree and Soil“ des
niederländischen Künstlerpaars Antoinette de Jong und Robert Knoth.
Besucher dieser Ausstellung, die bis 24. Mai im Siebold-Museum
Würzburg ihre Eintrittskarte vorlegen, erhalten 1 Euro Ermäßigung auf
den regulären Eintrittspreis.

Aus Anlass des 10. Gedenktages der Dreifachkatastrophe in Fukushima laedt die Siebold-Gesellschaft gemeinsam mit dem Kulturspeicher auch zu einer Sonderausstellung ein. Mit dem Titel „Never Forget Tohoku 2011“ wird der Wiederaufbau des Kinderheimes Fujinosono in der Stadt Ichinoseki nach modernsten Umweltkriterien vorgestellt. Die Co-Finanzierung erfolgte mit Initiative der Siebold-Gesellschaft und internationalen Spendengeldern. Weitere Schwerpunkte sind u.a. Dokumentationsfotos des damaligen Kameramanns Toby Marshall vom ZDF-Studio Tokyo und Medienberichte über die Initiativen der Siebold-Gesellschaft. Ausserdem werden ausgewaehlte Zeichnungen und Malereien japanischer Kinder und Jugendlicher gezeigt, die auf Wunsch der Deutschen Botschaft in Tokyo ihre Vorstellungen über „Mein Deutschland“ (Watashi no Doitsu) bildlich zum Ausdruck brachten.


Das niederlaendische Kuenstlerpaar Antoinette De Jong und Robert Knoth kombinierte einige Fotographien mit kuenstlerischen Darstellungen oder Naturalien aus den Sammlungen Philipp Franz von Siebolds. Die grosse Bekanntheit Siebolds in Holland und das Interesse der beiden Kuenstler an ihm, war auch der Grund, als Ausstellungsort Wuerzburg - die Geburtsstadt Siebolds - zu waehlen. Damit bot sich auch eine Kooperation beider Museen an, um an gemeinsam an die Katastrophe zu erinnern.


Nachdem kulturelle Veranstaltungen derzeit in beiden Haeusern nicht moeglich sind, beginnt um 15:00 ein virtueller Besuch durch beide Ausstellungen mit der Kuratorenfuehrung von Frau Dr. Henriette Holsing im Kulturspeicher. Im Anschluss (15:35)daran wird Frau Barbara Lohoff (Gaestefuehrerin, Mitglied der Siebold-Gesellschaft und in Japan lizensierte Lehrerin fuer jap. Teezeremonie) waehrend eines kurzen Ganges durch das Sieboldmuseums Leben und Wirken dieses beruehmten Japanforschers vorstellen. Vom heimisch sicheren Sofa aus geht es gemeinsam dann in die Sonderausstellung mit erschuetternden Einblicken in die Dokumentationsphotos vom Zerstoerungsgrad der Naturgewalten in Nordjapan und positiv stimmenden Kinderzeichnungen.

https://www.kulturspeicher.de/digitale-angebote/529728.02.-Mai-1500-Uhr-Tree-and-Soil-digitale-Live-Fuehrung-mit-Kuratorin-Dr.-Henrike-Holsing-und-anschliessender-Live-Fuehrung-digital-aus-dem-Siebold-Museum-Wuerzburg.html

https://www.kulturspeicher.de/ausstellungen/wechselausstellungen/529345.Tree-and-Soil-8211-27.-Maerz-2021-bis-24.-Mai-2021.html

 

 

 

 

 

 

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