Siebold-Museum

Deutsch-Japanisches Forum Würzburg

Samstag,24.02.2018, 20:00 Uhr, Siebold-Museum
Der Autor Christoph Peters liest aus seinem Roman" Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln"

"Peters Roman ist seinem Freund Jan Kollwitz gewidmet, Urenkel von Käthe Kollwitz, der in Cismar an der Ostsee einen Anagama-Ofen betreibt und allerschönste japanisch inspirierte Keramiken produziert, die inzwischen in vielen Museen und Ausstellungen zu sehen sind. Sie bestechen vor allem durch ihre farbige Glasur, die durch den Ascheanflug im Ofen entsteht, also abhängt von Temperatur, Feuchtigkeit, Luftdurchzug und vom tagelangen Nachfeuern von Buchen- und Kiefernholzscheiten, von einer Person, mit eigenem Rhythmus, mit eigener intimer Kommunikation mit dem Ofending aus dem fernen Osten. Der 54-jährige Jan Kollwitz hat sich nämlich vor 25 Jahren von einem alten japanischen Ofenbaumeister einen traditionellen Ofen hier in Deutschland bauen lassen, eine große Seltenheit.

Tatsuo Watanabe heißt das lebendige Vorbild von Peters' Herrn Yamashiro. Und vom Weg des Ofensetzers nach Deutschland, ins Land der Mettbrötchen, Schweineschnitzel und Schinkenhäger, handelt der japanophile Roman, von einem Zen-Weg wohl, den man aber nicht als solchen erkennen muss, weil darin die Kunst der Selbstverkleinerung, des Selbst-Verschwindens wirkt. Hingabe an die Sache statt Aufrichtung von Ich und Kunst." (Hubert Winkels, Zeit Nr. 23, 2014)

Sonderausstellung 9. Dezember 2017 -  24. März 2018
Von der Kraft des Feuers und der Macht der Form     –Japanische Keramik von Jan Kollwitz

 

Foto: Götz Wrage

 

Der in Berlin geborene Jan Kollwitz, Urenkel von Käthe Kollwitz(*1960)

zählt zu den herausragendsten Keramik-Künstlern unserer Zeit. Sein

Festhalten an selbstgesetzten Qualitätsmaßstäben, die keinen

gestalterischen Kompromiss zulassen, verweisen auf seinen

inneren Weg, den er in der Tradition japanischen

Töpferhandwerks beschritten hat. Diese Kunstfertigkeit wurde in

Japan bereits in der Azuchi-Momoyama Periode (1573-1600) zu

höchster Blüte geführt, als Gefäßkeramik für die in Mode

gekommenen Teezeremonien stark nachgefragt wurde.

Bevorzugt wurden rauhe Gefäße aus Steinzeug von expressiver

Wucht, die unglasiert in Holzbrennöfen (anagama) einem

mehrtägigen, scharfen Brand von ca. 1300 Grad Celsius

ausgesetzt wurden. Bei solch hohen Temperaturen verbinden

sich die Aschepartikel der zur Feuerung benutzten Holzscheite

mit der Tonoberfläche und verschmelzen zu Glas.

Ascheglasuren sind das typische Merkmal dieser Keramiken.

Jan Kollwitz ging in Echizen bei Nakamura Yutaka in die Lehre.

Der anagama-Ofenbaumeister Watanabe Tatsuo baute einen

solchen Holzbrennofen für ihn in Cismar, wo er seit 1988 arbeitet.

 

Foto: Götz Wrage

 

Ausstellungsführungen durch die Kuratorin Dr. Susanne Germann, jeweils 15.00 Uhr:

Sa 16.12.2017

Sa 30.12.2017

So 14.01.2018

Sa 27.01.2018

Sa 10.02.2018

So 11.03.2018

 

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstag, den 9. Dezember 2017, um 17:00 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

 

Die Finissage findet am Samstag, den 24. März 2018, mit Jan Kollwitz , Musik, Teezermonie und Ikebana statt. 

 

Begleitprogramm:

Lesung mit dem Schriftsteller Christoph Peters, Berlin am Samstag den 24. Februar 2018, um 20.00 Uhr, aus " Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln"

 

 

Foto: Götz Wrage

 

Foto: Götz Wrage

 

Foto: Götz Wrage

 

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